11. April 2021

Nicht alles geht nur digital

Seit weit über einem Jahr sitzen wir mehr oder weniger im Homeoffice fest. Was am Anfang der Corona-Pandemie noch als Segen für die Work-Life-Balance gefeiert wurde, ernüchtert mittlerweile viele. Denn zu groß ist die Sehnsucht der Menschen nach persönlichen Begegnungen – gerade auch im beruflichen Kontext. Deshalb ist Vorsicht geboten bei einer simplen Übertragung von Customer Touchpoints ins Digitale. Was zu beachten ist, klären wir hier und in den nächsten Posts.

Was Kunden heute so gar nicht mehr wollen, ist das nächste Teams- oder Zoom-Event. Wer schon acht bis zehn Stunden mit unternehmensinternen Videocalls verbringt, will nicht noch zusätzlich von Dienstleistern oder Lieferanten mit solchen einfallslosen Formaten belästigt werden. Es gilt also zu verstehen, wie die Ansprechpartner ticken und wie deren Bedürfnisse smart, kreativ und effektiv bedient werden können.

Zwei Ebenen spielen hier eine entscheidende Rolle: die der unternehmerischen und die der menschlichen Bedürfnisse. Auf jeder Ebene sind mindestens vier Parameter entscheidend:

Unternehmerische Bedürfnisse

  1. Der Kampf um die Aufmerksamkeit und die Zeit Deiner Zielgruppe ist härter als jemals zuvor.
  2. Marken dürfen nicht mehr nur senden. Sie müssen relevante und inspirierende Gespräche mir ihren Zielgruppen / Kunden initiieren.
  3. Vertrauen und Authentizität sind die Schlüssel zu einem erfolgreichen Kundendialog und damit zum Verkaufsabschluss. Marketing-Bullshit-Bingo funktioniert spätestens jetzt nicht mehr.
  4. Alles muss unterlegt sein mit einem klar und einfach erkennbaren Leistungsversprechen des Produkts.

Menschliche Bedürfnisse

  1. Wir sind alle völlig überrannt worden in der Art und Weise zu arbeiten. Von einem auf den anderen Tag wurden wir abgeschnitten von wirklich zwischenmenschlicher Kommunikation.
  2. Teams, Zoom, Google Meet, WebEx und wie sie alle heißen – das sind derzeit unsere Fenster zur Welt da draußen. Niemand braucht deshalb den nächsten Vertriebscall via Video Conference.
  3. Andererseits waren genau diese Tools für uns die Rettung und deshalb lieben wir sie.
  4. Gleichermaßen hassen wir sie, weil uns jegliche emotionale, sensorische und auch situative Kommunikation gestohlen wird.

Was nun?

Wir werden uns in den nächsten Artikeln damit beschäftigen, wie wir diese acht Kernbedürfnisse des Kunden- und Stakeholderdialogs erfolgreich bedienen können. Wenn Ihr individuelle Fragen zu diesen Themen habt, schreibt mir unter markus@markenerzaehler.de oder hinterlasst einen Kommentar.

Aktuelles , , , , , , , , , , , , , , , ,
Markus Hermsen
About Markus Hermsen
Aus Leidenschaft für Kommunikation berät Markus seit 1998 Unternehmen aller Größen und Branchen in Sachen Marketing, PR und Digitales. Themen wie Positionierung, Change und das Erzählen relevanter und spannender Markengeschichten nehmen einen großen Teil seiner Arbeit ein. Die Faszination für alles Technische zeigt sich auch im Privaten: Markus beschäftigt sich mit der Fliegerei, mag alte und neue Autos und Gadgets aller Art. Am höchsten im Kurs stehen seine vier Kinder, von denen er täglich viel über Kommunikation lernt.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.