12. Juni 2017

Mauerbau und Kommunikation

„Wenn sich hier einer gründet, dann fahre ich den Laden an die Wand.“ Einer – damit war ein Betriebsrat gemeint, und diese vernichtende Bemerkung stammt von einem meiner früheren Chefs. Er hatte den „Laden“ gegründet und war der Geschäftsführer.

Ich schätze, mit dieser Einstellung gegenüber Betriebsräten steht er auf Arbeitgeberseite nicht alleine da. Ich kann sie sogar nachvollziehen, habe ich doch selber mal erlebt, wie sich in einem – selbstverständlich anderen – Unternehmen einer gebildet hat. Und vor allem, welche Art von Mitarbeitern ihn gegründet hat und ihm angehörte. Die Mauerbauer nämlich. Die Mauerbauer aus meinem Lieblingssprichwort: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, und die anderen Windmühlen.“

Unheimliche Veränderungen

Die Mauerbauer also. Oder die Bewahrer, so könnte man sie vielleicht auch nennen. Diejenigen, denen Veränderungen unheimlich sind. Auch diese Angst vor Veränderungen finde ich nachvollziehbar. Geht sie doch einher mit Verunsicherung. Das Gewohnte bietet Sicherheit, aber was bringt das Neue?

Offene Kommunikation ist das A und O

Für alle, die wie wir Markenerzähler in der Kommunikationsbranche tätig sind, bedeutet das alles zweierlei: Erstens ist die interne Kommunikation enorm wichtig, vor allem in Veränderungsprozessen. Aber auch sonst schätzen es Mitarbeiter erfahrungsgemäß sehr, wenn sie darüber informiert sind, was die Geschäftsführung gerade so umtreibt und was das für sie und ihren Arbeitsplatz bedeutet.

Zweitens haben Betriebsräte anscheinend ein Imageproblem. Und damit sind sie bei uns Kommunikationsleuten ja genau richtig aufgehoben. Und so haben wir Markenerzähler vor einiger Zeit tatsächlich einen Betriebsrat beraten – das erste Mal in unserem Beraterleben. Es ging um die Grundlagen einer zielführenden und in sich konsistenten Kommunikation und darum, wie ein konstruktiver Dialog mit den Zielgruppen das eigene Image aufwerten kann.

Es geht auch positiv

Und wer weiß, vielleicht haben wir ja den Grundstein gelegt für einen zweiten Uwe Hück. Der medienwirksame Betriebsratschef und Aufsichtsratsvize der Porsche AG war zu den spannenden Zeiten bei Porsche schließlich ein ganz wichtiger Markenbotschafter. Betriebsrat geht also auch positiv. Hat er seinen Platz in der übergreifenden Geschichte eines Unternehmens gefunden, leistet er einen wichtigen Beitrag zu dessen Image.

Meinung , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Berit Huyke
About Berit Huyke
Berit kennt die Kommunikationsbranche seit 1999 - und zwar nicht nur die Agentur-, sondern auch die Unternehmensseite. Dadurch kann sie die Anforderungen seitens der Kunden sehr gut einschätzen. Sehr viel über Kommunikation hat sie außerdem durch ihren jahrelangen Umgang mit Pferden gelernt, genauso wie von ihrem Hund, aber vor allem von ihren beiden Kindern. Ihre Lieblingsbereiche sind die interne Kommunikation und der Aufbau von Arbeitgebermarken.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.